Über Uns

Selbstverständnis:

Zucker im Tank!

2018 finden wieder Klimacamps und Aktionen gegen den fossilen Kapitalismus in ganz Europa statt.
Nach den gemeinsamen Aktionstagen im letzten Jahr wird sich die Bewegung für Klimagerechtigkeit 2018 dezentraler organisieren. Damit bietet sich gerade für Kleingruppen ein ideales Spielfeld für unvorhersehbare, direkte und kommunikative Aktionen, immer und überall.

Ab Mai werden verschiedene Akteur*innen die klimazerstörerischen Abläufe gehörig durcheinander bringen, denn der Klimawandel muss dort bekämpft werden, wo er verursacht wird. Durch „Zucker im Tank“ als ein*e Akteur*in sollen Kleingruppenaktionen gestärkt und sichtbarer gemacht werden! Wir
sehen uns als eine Ergänzung zu den schon bestehenden Strukturen, um den Widerstand noch stärker und vielfältiger zu machen.

workshops

Wir wollen erreichen, dass sich Menschen das nötige Wissen und die Fähigkeiten aneignen können, um selbst auch längerfristig direkte Aktionen durchzuführen. Dazu werden wir in den kommenden Monaten in Kooperation mit Anderen Skill-Shares in unterschiedlichen Städten veranstalten. Dabei soll es unter anderem um Aktionswissen, Organisierung in Kleingruppen und praktische Fähigkeiten gehen. Wir stellen uns vielfältige Aktionsformen vor, egal ob diese vom Staat als legal oder illegal angesehen werden.

Kritische Solidarität

Auf Repression wollen wir solidarisch reagieren und Unterstützung sowie Öffentlichkeit schaffen. Wir wollen keinen strikten Aktionskonsens vorgeben, sondern setzen auf die Eigenverantwortlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme der Teilnehmenden. Was Gewalt ist und was nicht, welche Aktionsformen legitim sind und welche nicht, können und wollen wir nicht für alle festlegen. Es bedarf einer kritischen Solidarität und Respekt untereinander. Keine Aktion sollte eine andere unmöglich machen.

Unsere gemeinsame Basis mit den weiteren Akteur*innnen, mit denen wir auch dieses Jahr wieder gemeinsam ordentlich Radau machen werden, ist die Einsicht, dass der Klimawandel dort bekämpft werden muss, wo er verursacht wird. Das umfasst z.B. Braunkohlereviere in Deutschland, Tschechien und Polen. Doch das allein reicht uns nicht.

Kapitalismus und Staat versus Klima

Wir wollen den Kampf ums Klima mit anderen herrschaftskritischen Inhalten und Kämpfen verknüpfen.
Die kurzsichtige Profitlogik und der Wachstumszwang im Kapitalismus sind das Gegenteil einer nachhaltigen Lösung für die Klimakrise. Deshalb kann sie nicht mit kapitalistischer Logik gestoppt werden.  Der Staat ist keine Institution in die wir Hoffnungen setzen, da er genau diese Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sichert. Mit der Überwindung des Kapitalismus allein ist der Klimawandel zwar noch nicht aufgehalten, aber die Rettung des Klimas und unserer Lebensgrundlagen ist nur ohne Kapitalismus möglich.

Verbundene Kämpfe

Doch wir wollen nicht nur Kapitalismus und Staat bekämpfen, auch andere Herrschaftsstrukturen wie das Patriarchat oder Rassismus sind eng mit der Klimakrise verknüpft. Wir sind zwar alle von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, jedoch unterschiedlich stark, abhängig von Wohnort und Klasse und entlang von Kategorien wie Gender und Race. (1)
Menschen im globalen Süden spüren die Auswirkungen des Klimawandels jetzt schon am meisten, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Menschen, die vor den Auswirkungen des Klimawandels und dessen Verknüpfung mit anderen Krisen fliehen, bekommen es hier mit der brutalen Gewalt des europäischen Grenzregimes zu tun. Auch im globalen Norden sind People of Color oft stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen als Weiße. So wurden nach dem Hurrikan Katrina die zerstörten Sozialwohnungen in New Orleans, in denen v.a. Schwarze gewohnt hatten durch Mustersiedlungen für Bürger*innen mit gemischtem Einkommen ersetzt. (2)

Wir solidarisieren uns mit weiteren progressiven sozialen Bewegungen und sind davon überzeugt, dass wir viel voneinander lernen können. Unsere Solidarität soll praktisch sein – unser Fokus bleibt die Braunkohle, aber wir unterstützen auch andere emanzipatorische Kämpfe mit Skillsharing und Aktionen.

Klimagerechtigkeit

Während Reiche bei Hitzewellen in Hotelzimmer mit Klimaanlagen umziehen können oder auch leicht den Wohnort wechseln können, gilt dies für Menschen aus unterprivelierten Klassen nicht.
In Agrargesellschaften im globalen Süden leiden Frauen* noch einmal mehr als Männer* unter den Auswirkungen des Klimawandels, denn sie sind häufig für die Versorgung der Familien zuständig und übernehmen zudem einen Großteil an Tätigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktion. Außerdem sind sie bei Extremwetterereignissen aufgrund von oftmals mangelndem Zugang zu Ressourcen und Wissen stärker gefährdet.
Auch die Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren ist für uns Teil des Problems. Nicht nur weil die Tierproduktindustrie einen wesentlichen Teil zum Klimawandel beiträgt, sondern auch, weil wir uns keine befreite Gesellschaft vorstellen können, in der Lebewesen auf diese Weise ausgebeutet werden.
Die Liste der Themen, mit denen wir Verknüpfungen herstellen könnten, ließe sich wohl noch sehr lange weiter führen. Ein Beispiel ist etwa die Waffenproduktion, in die ein großer Teil des im rheinischen Revier erzeugten Stromes fließt.
Mit all diesen Erläuterungen wollen wir zeigen, dass für uns der Kampf ums Klima zugleich auch ein feministischer, antirassistischer, anti-staatlicher und antikapitalistischer Kampf, ein Klassenkampf und ein Kampf gegen Tierausbeutung und Militarismus ist. Oder kurz: Ein Kampf gegen Herrschaft im Allgemeinen.

…Handarbeit!

Wir wollen den Klimawandel aufhalten, und seine Ursache, den Kapitalismus, abschaffen.
Aber nicht nur:
Wir kämpfen für eine Zukunft, die so frei von Herrschaft ist, wie irgendwie möglich.
Wir freuen uns darauf, den Kampf gegen die Braunkohle 2018 vielfältig weiterzuführen!