Aktionserklärung von Aktivist*innen der Blockade am Braunkohlekraftwerk Weisweiler, 15.11.2017

Weil ihr nur verhandelt, müssen wir selber handeln!

Wir haben mit Lock-Ons, Tripods und Abseilaktionen die Kohleförderbänder und Verladebagger – und damit die gesamte Kohlezufuhr – des Kraftwerks Weisweiler blockiert, um aktiv dazu beizutragen, Klimagerechtigkeit zu erreichen. Der Klimagipfel in Bonn nähert sich dem Ende und schon wieder zeigt sich – wie wäre es auch anders zu erwarten – es ändert sich nichts. Während Repräsentant*innen über angebliche Klimaschutzziele verhandeln, läuft nur wenige Kilometer vom Tagungsort die Braunkohleverstromung unentwegt weiter.

Die Tagebaue des Rheinischen Reviers sind die größten CO2-Quellen Europas. Indem sie den Klimawandel vorantreiben, profitieren die Länder des Globalen Nordens und vor allem die Industrie vom Abbau der Kohle. Die Auswirkungen treffen hingegen insbesondere die Länder des Globalen Südens, in denen der Klimawandel und die kapitalistische Logik bereits Millionen von Menschen ihre Lebensgrundlage genommen hat – alltäglich werden hiermit koloniale Strukturen reproduziert. Wir sind zwar alle von den Auswirkungen betroffen, jedoch unterschiedlich stark – abhängig von Wohnort und Klasse, entlang von Kategorien wie Gender und Race.

Wenn wir von Klimagerechtigkeit reden, heißt das: Wir wollen keine Privilegien für Wenige auf Kosten Vieler. Um darauf hinzuarbeiten, dass alle Menschen ein gutes Leben führen können, müssen die Kohlekraftwerke hier stillstehen. Denn sie sind Teil des kapitalistischen Herrschaftssystems, das Zerstörung und Armut hervorbringt. Dieses System, die Verhandlungen bei den Klimakonferenzen und die Green Economy werden keine Gerechtigkeit ermöglichen, da auch sie der Ideologie des ewigen Wachstums folgen.

Wir halten es für nötig, sich jetzt selbst zu organisieren – bildet Klimabanden oder engagiert euch in bereits bestehenden Gruppen. Es gilt Alternativen zu leben – baut solidarische Nachbarschaften auf und wechselt euren Stromanbieter. Seid Zucker im Tank des fossilen Kapitalismus!

Mit unserer Aktion zeigen wir: Der Ausstieg aus der Braunkohle bleibt notwendige Handarbeit und schon einige Wenige können die Zahnräder des Systems zum Erliegen bringen. Wir handeln, weil andere nur verhandeln.

WEshutdown

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Das Bündnis WEshutdown versteht sich als Zusammenschluss mehrerer Aktionsgruppen und Einzelpersonen. Sie kommen aus verschiedenen Spektren, bewegt durch unterschiedliche Motive, doch finden sich im Kampf für Klimagerechtigkeit zusammen.

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